Biografie

    Musikalisch in der Knabenkantorei Basel aufgewachsen, studierte Martin Bruns erst Violine an der Musikhochschule Basel und war für einige Jahre Mitglied des Berner Sinfonieorchesters, bevor er in Fribourg, Zürich und anschließend an der Juilliard School in New York bei Daniel Ferro Gesang studierte. Weitere Impulse erhielt er bei Künstlern wie Irwin Gage, Martin Isepp, Albert Fuller, Ernst Häfliger, Arleen Augér, Phyllis Curtin und Mary Morrison in Meisterkursen und an Festivals wie Aldeburgh, Banff und Tanglewood. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe.

   Martin Bruns begann seine Laufbahn als Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden. Dort sang er während mehrerer Spielzeiten viele Rollen seines Fachs: Papageno, Guglielmo, Figaro (Barbiere), Dandini, Zar Peter, bis hin zu Silvio und Donner (Rheingold). Als Gast trat er u.a. an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und an der Bayerischen Staatsoper in München sowie weiteren europäischen Bühnen auf.

   Die Vielseitigkeit des Baritons spiegelt sich in seinem breit gefächerten Repertoire, das sich vom frühen Barock über Mozart, Mahler und Schönberg bis hin zur zeitgenössischen Musik spannt. Dies hat zur Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Marcello Viotti, Ivor Bolton, Eric Ericson, Yoav Talmi, Heinz Holliger, Peter Ruzicka, Gerard Schwarz, Avi Ostrowsky, Oleg Caetani und Jonathan Nott geführt.

   Martin Bruns hat mit vielen herausragenden Orchestern und Ensembles in Europa und Nordamerika gesungen, wie z.B. mit dem Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks in München, dem Radio-Sinfonieorchester Frankfurt, dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg, dem Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker, der New York Chamber Symphony und dem Israel Kibbutz Orchestra.

   Besonders gerne widmet sich Martin Bruns dem Liedrepertoire, wobei ihm auch weniger bekannte Werke des 20. Jahrhunderts, z.B. von Ferruccio Busoni, Ignace Strasfogel oder David Diamond am Herzen liegen. Gemeinsam mit dem Pianisten Kolja Lessing hat er bei Decca Ignace Strasfogels "Dear Men and Women", sowie für Divox eine CD-Erstaufnahme mit Liedern und Kammermusikwerken von Philipp Jarnach eingespielt.

    Weitere regelmäßige Klavierpartner sind Brian Zeger, Jan Philip Schulze und Ulrich Eisenlohr. Zusammen mit letzterem sind bei Naxos zwei CDs mit Schiller-Vertonungen von Schubert sowie die Ersteinspielung der Lieder von Ferruccio Busoni erschienen.

    Intensive Zusammenarbeit verbindet Martin Bruns auch mit Christoph Hammer, mit dem er das Repertoire für Gesang und Hammerflügel von Mozart bis Liszt erforscht. Gemeinsam mit dem schwedischen Gitarristen Mats Bergström hat Martin Bruns zudem Schuberts "Die Schöne Müllerin" für Bariton und Gitarre bearbeitet und beim Gehrmans Musikförlag herausgegeben.

Aus Anlass des 700. Geburtstags von Francesco Petrarca initiierte und leitete Martin Bruns 2004 das Festival Petrarca Musicale auf Schloss Kirchheim in Schwaben, das die bis heute lebendige Ausstrahlung dieses Dichters in Vertonungen vom Mittelalter bis hin zum Jazz erleben ließ. Bei der Editio Bärenreiter in Prag erschien hierzu von Martin Bruns ein Notenband mit gut zwei Dutzend Klavierliedern auf Petrarca-Gedichte.

   Martin Bruns Einsatz für zeitgenössische Musik dokumentiert sich in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen u.a. an den Internationalen Musikfestwochen Luzern, an den Salzburger Osterfestpielen oder am Ottawa Chamber Music Festival. Im Münchner Gasteig sang er zusammen mit dem Wiener Klaviertrio die Uraufführung von "Getäuscht hat sich der Albatros", eines großen Liederzyklus für Bariton und Klaviertrio von Paul Engel auf Gedichte von Ursula Haas – ein Werk, das eigens für die Interpreten der Uraufführung komponiert worden war.

  Highlights der vergangenen Jahre waren die europaweite Direktübertragung seines Liederabends "Fliegt, ihr meiner Jugend Träume" aus dem Beethovenhaus in Bonn, die Erstaufführung von Antonin Dvoráks Liederzyklus "Zypressen" in der Urfassung für Gesang und Klavier in Ludwigshafen und Ljubljana, eine US-Tournée mit dem Programm „Hafiz in the West“ (mit Jan  Philip Schulze), die Doppel-Produktion von Gian-Carlo Menottis „Telefon“ und Carl Orffs "Die Kluge" in Basel in der wunderbaren Regie von Volker Vogel, die Matthäuspassion mit Chor und Orchester der Fundacion Gulbenkian in Lissabon sowie Mendelssohns „Paulus“ in der Zürcher Tonhalle. 2011 stehen Liederabende in Deutschland und den USA an, u.a. mit einem Programm zum 200. Geburtstag von Franz Liszt in der Library of Congress in Washington.

  Seit Februar 2009 unterrichtete Martin Bruns vertretungsweise eine Gesangsklasse an der Zürcher Hochschule der Künste. Zum Sommersemester 2010 wurde er als Gastprofessor an die Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler berufen und seit Herbst 2010 ist er Gesangsprofessor an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln/Standort Aachen.

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